Ja zur Individualbesteuerung
Am 8. März 2026 hat die Schweizer Stimmbevölkerung der Einführung der Individualbesteuerung zugestimmt. Rund 54 % der Stimmberechtigten nahmen die Vorlage an. Damit wird das bisherige System der gemeinsamen Besteuerung von Ehepaaren abgeschafft. Künftig wird jede steuerpflichtige Person unabhängig vom Zivilstand einzeln besteuert.
Mit diesem Entscheid soll die sogenannte «Heiratsstrafe» im Steuerrecht beseitigt werden. Trotz verschiedener Abzüge und Tarifkorrekturen in den Kantonen kann es heute noch vorkommen, dass verheiratete Paare aufgrund der gemeinsamen Besteuerung mehr Steuern bezahlen als unverheiratete Paare mit vergleichbarem Einkommen.
Bis zur Einführung des neuen Systems wird es jedoch noch einige Jahre dauern. Bund und Kantone müssen ihre Steuergesetze anpassen und die administrativen Prozesse umstellen. Die Individualbesteuerung soll spätestens am 1. Januar 2032 in Kraft treten.
Politisch bleibt das Thema weiterhin aktuell. Die Partei Die Mitte prüft derzeit, ob sie ihre Initiative «Für faire Steuern auch für Ehepaare» weiterverfolgen will. Sollte sie nicht zurückgezogen werden, könnte die Stimmbevölkerung zu einem späteren Zeitpunkt – allenfalls bereits Ende 2026 - erneut über die steuerliche Behandlung von Ehepaaren abstimmen.
Ihre Ansprechperson
Sandro Solcà
Leiter Steuern