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Knacknüsse im Umgang mit “Corona-Geldern”

Die Unterstützung von Bund und Kantone laufen bereits seit über einem Jahr und dürften von den meisten Branchen bzw. von betroffenen Unternehmen bezogen worden sein oder dauern noch an. Der Bezug der Gelder bringt einige Konsequenzen mit sich; wir schauen genauer hin.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Antrag und Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung haben sich bewährt
  • Die Eidgenössische Steuerverwaltung erhebt nun doch keine Vorsteuerkorrektur
  • Ausschüttungen sind während der Dauer eines COVID-Kredits und/oder nach Erhalt von Härtefallgeldern nicht zulässig

Die meisten betroffenen Unternehmen haben als erste Massnahme Kurzarbeitsentschädigung für ihre Angestellten bezogen. Die Funktionsweise von Antrag und Abrechnung hat sich mittlerweile bewährt und anfängliche Fragen oder Unklarheiten sind beantwortet. Hinsichtlich der Verbuchung und korrekten Deklaration empfehlen wir, die erhalten Gelder im Personalaufwand als “Leistungen von Sozialversicherungen” zu erfassen und bei der Mehrwertsteuer als “Nicht-Entgelt” in Ziffer 910 der Abrechnung zu deklarieren.

Der Umgang mit “Corona-Geldern” erweist sich als Knacknuss.

Neu hingegen ist die Deklaration der Unterstützungsbeiträge (Härtefallgelder) ebenfalls in Ziffer 910 der MWST Abrechnung. Grundsätzlich sind Gelder von der öffentlichen Hand als Subventionen unter Ziffer 900 zu erfassen und führen zu einer Vorsteuerkorrektur. Aufgrund der ausserordentlichen Situation hat sich die Eidgenössische Steuerverwaltung entgegen ihrer Publikation vom April 2021 – trotz einer vorliegenden Subvention – dazu entschieden, keine Vorsteuerkorrektur zu erheben. Somit ist der Nutzen des erhaltenen Betrages 100%. Bereits vorgenommene Korrekturen können mittels einer Berichtigungsabrechnung rückgängig gemacht werden.

Abgesehen von der korrekten Deklaration bei der MWST, ist der Umstand des Ausschüttungsverbots bei Härtefallgeldern und COVID-Überbrückungskrediten von zentraler Bedeutung. Vereinfacht kann festgehalten werden, dass während der Dauer eines COVID-Kredits und/oder nach Erhalt von Härtefallgeldern, keine Ausschüttungen vorgenommen werden dürfen. Dies beinhaltet Dividenden, Tantiemen, Rückerstattungen von Kapitaleinlagen und Gewährung oder Rückzahlung von Darlehen an die Gesellschaftsinhaber. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob der COVID-Kredit bezogen oder benutzt wurde. Das Ausschüttungsverbot gilt entweder für die Dauer des entsprechenden Vertrages oder bei Härtefallgeldern für das Bezugsjahr und die drei darauffolgenden Jahre.

Wir stellen vermehrt fest, dass nach wie vor grosse Unklarheiten bezüglich den ausgeführten Themen besteht und es zu einigen “unabsichtlichen” Verstössen gekommen ist. Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ihre AnsprechpersonRoger Schönenberger

Roger Schönenberger
Geschäftsführender Partner
Dipl. Treuhandexperte
scho@schoebe.ch
Tel 031 950 88 99